Rezension: CIRCE

Bewertung: 4 von 5.

by Madeline Miller

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Eine eindrucksvoll geschriebene Nacherzählung des Lebens und Schicksals einer der faszinierendsten Frauen der griechischen Mythologie, die ein interessantes, alternatives Ende der Geschichte einführt. Madeline Millers Schreibstil ist wunderschön und die Art und Weise, wie sie ihre Charaktere aufbaut, ist absolut beeindruckend: Das sind Götter und Titanen, nicht nur dumme Sterbliche wie wir, und sie verhalten sich auch so.
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Millers Buch erzählt hunderte von Jahren, denn ihre Protagonistin lebt ewig: Circe mag nicht so mächtig sein wie ihr Vater Helios, aber sie ist immer noch eine Göttin, was Unsterblichkeit bedeutet. Leider muss sie den größten Teil ihres ewigen Lebens auf einer einsamen Insel im Exil verbringen, weil sie aus Eifersucht eine sehr jugendliche Sache macht, die ein Monster schafft und den nervösen Frieden zwischen Titanen und Olympiern bedroht. Circe hat nichts dagegen, die meiste Zeit auf dieser Insel allein zu sein, da das Leben im Haus ihres Vaters nie ideal für verlaufen ist war. Im Haus des Helios wird übler gemobbt als in jeder Mittelstufe.
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Offensichtlich genießt sie ihre ungestörte Ruhe und führt ein ruhiges Leben auf dieser Insel: Warum nicht, sie muss nicht all das tun, was Robinson Crusoe tun muss, um zu überleben, denn es gibt viel Essen, ein schönes Haus und alles, was sie braucht. Von Zeit zu Zeit taucht ein griechischer Heros auf, um Hallo zu sagen, und das ist alles, was passiert. Bis sie auf üble Weise erkennen muss, dass eine alleinstehende Frau auf einer abgelegenen Insel gewissen Gefahren ausgesetzt ist.

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Von da an hört Circe auf, eine freundliche Gastgeberin zu sein, bis Odysseus auftaucht, aber das ist eine andere Geschichte. Im Grunde folgt Miller dem alten Mythos und gibt ihm nur eine leichte Wendung am Ende. Es ist alles wunderschön geschrieben, und ich mag besonders den ersten Teil, den, bevor Circe in ihr Exil geht, weil diese Götter sich wie Götter anfühlen: Sie handeln und fühlen nicht wie normale Menschen. Ihre Andersartigkeit in Worte zu fassen, kann nicht einfach gewesen sein, aber Miller ist es eindrucksvoll gelungen.
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Warum bekommt es also „nur“ vier Sterne? Ehrlich gesagt, ich bin mir nicht sicher. Es hat mich einfach nicht umgehauen. Ich mochte es wirklich, aber mehr auch nicht. Vielleicht lag es daran, dass ich all diese Mythen vorher kannte, oder vielleicht daran, dass es sich so episodisch anfühlte, weil Circe für die meiste Zeit davon allein ist. Was keine Überraschung ist, denn die Helden, denen sie begegnet, sind Sterbliche und können offensichtlich nicht hunderte von Jahren mit ihr verbringen, aber ich mag meine fesselnden Nebenfiguren in einem Roman und nun, es gab einfach niemanden, der sie durch all diese langen Jahrhunderte begleitete. Das ist natürlich nicht Madeline Millers Schuld, aber vielleicht ist es der Grund, warum dieses Buch nicht den fünften Stern bekommt. Dennoch: sehr zu empfehlen! Ein echter Seitendreher und eine gute Einführung in die griechische Mythologie.
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2 Kommentare zu „Rezension: CIRCE

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