Rezension: DIE GOLDENEN WÖLFE

Bewertung: 3 von 5.

Ein schön geschriebener Versuch, „Das Lied der Krähen“ mit noch diverseren Charakteren und Rätseln zu reproduzieren, die fast genau aus „Sakrileg“ kopiert wurden. Daher fehlt es ganz entschieden an Originalität und dieses Buch kann nie das tun, was seine Schreibvorlagen so bravourös getan haben: Es bleibt ein blasser Schatten ihrer Brillanz, aber ist eine unterhaltsame Lektüre, bis zu dem verpfuschten, schlecht geschriebenen Ende.

Roux-Joubert kniete sich auf den Boden, vor den Mann mit der Maske und wiegte sich vor und zurück. „Bitte, Doktor, ich flehe Euch an… Ihr habt es mir versprochen. Ich habe wirklich alles gegeben…“ Er entblößte seinen versehrten Arm.

Dies ist eine Szene in der Nähe des Endes dieses Buches. Wem das nicht bekannt vorkommt, der hat nie „Harry Potter und er Feuerkelch“ gelesen. Aber ich habe es gelesen. Ich habe Harry Potter gelesen, ich habe Six of Crows gelesen, ich habe alle Dan Brown-Romane gelesen, und so waren mir große Teile dieses Buchs bereits vertraut. Einschließlich der Macht der Babel-Fragmente und dass sie geheim gehalten werden müssen – weil ich „Der Herr der Ringe“ gelesen habe. Ich denke, wer aus irgendwelchen Gründen diese Bücher nicht gelesen hat, für den funktioniert dieses Buch, aber nicht für mich, denn diese Dinge gaben mir ein sehr… seltsames Gefühl. Ich sage nicht, dass sie es absichtlich getan hat, diese Dinge passieren mir auch gelegentlich, wenn ich etwas schreibe, aber sie fallen spätestens im Lektorat auf. Und dann lösche ich sie. Weil ich originell sein will. Und das hier ist alles, aber nicht originell.

Abgesehen davon, dass es sich nicht um ein Original handelt, ist es ziemlich gut geschrieben. Ein Teil des Dialogs fühlte sich für mich hölzern an, aber das kann auch an der deutschen Übersetzung liegen, die ich gelesen habe. In Bezug auf die Handlung: Es ist okay für ein YA-Buch, die Dinge so zu schreiben, wie es hier gemacht wurde. Es ist alles irgendwie offensichtlich, es gibt keine Wendungen, die ich nicht eine Meile im Voraus hätte kommen sehen, aber es ist okay. Es ist eine solide Vier-Sterne-YA Fantasy… aber dann kommt das Ende.

Und OH.MEIN.GOTT! Was für ein schlecht geschriebenes Ende es ist. Schurken entkommen leicht, Schurken tauchen dann aus dem Nichts wieder auf… Ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, wahrscheinlich Devil ex machina (TM), aber es ist schlecht. Schlecht! Es macht mich wütend, weil es in den letzten Kapiteln so viel verschwendetes Potenzial gab…*seufzt laut*.

Nun, für alle, für die es okay ist, dass der Großteil dieses Buchs eine unoriginelle Mischung aus besser geschriebenen Meisterwerken ist, dürfte das hier ein durchaus gutes Buch sein. Es ist ziemlich gut geschrieben, die Erzählstruktur ist linear und einfach, die Charaktere sind interessant genug (obwohl es sich manchmal anfühlt, als müssten sie noch spezieller sein, noch diverser, um sie einzigartiger zu machen) und es ist definitiv ein Pageturner.

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