Serien-Rezension mit Spoilern: ERAGON von Christopher Paolini

#1: ERAGON – Das Vermächtnis der Drachenreiter

Bewertung: 3 von 5.

Nette Einführung für Kinder – aber nicht originell für alle, die Star Wars gesehen haben. Orks, die Urgals heißen. Die Rückkehr der Jedi-Ri…äh, Drachenreiter!

Angeblicher Sohn eines gefallenen Ritters eines alten Ordens, der dank ihm gefallen ist, wächst bei seinem Onkel auf. Der Mord an diesem Onkel bringt ihn dazu, seine Heimat zu verlassen – mit einem mysteriösen, alten Lehrmeister, der ihn in die Kunst dieses untergegangenen Ordens einführt. Auf seiner Reise rettet der Held eine Prinzessin, erfährt, dass er ein Geschwisterchen hat, verliert seinen Lehrmeister und begegnet erst ganz am Ende dem großen Bösewicht in einer einzigen Szene.

Richtig: die Handlung der Eragon-Reihe ist eine Nacherzählung von Star Wars. Hinzu kommen die Drachenreiter von Cornelia Funke und die Elfen und Orks aus dem Herrn der Ringe – abrakadabra: fertig ist der Bestseller. Eragon ist das Paradebeispiel dafür, was gutes Marketing aus einem mittelmäßigen, unoriginellen Buch machen kann. 

Abseits dieses Handlungsbogen ist der erste Band durchaus lesenswert für Kinder und Jugendliche, die ins Fantasy-Genre einsteigen möchten. Der zweite ist schon schwächer und ab dem dritten Band wird es zur absoluten Vollkatastrophe mit Roran Garrowson, dem lächerlichsten Gary Stu der Geschichte. Paolini scheint absolut nicht in der Lage zu sein, einen roten Faden durch ein Buch zu halten, und erst recht nicht durch eine ganze Reihe: episodisches Erzählen reiht sich aneinander, Lösungsmöglichkeiten präsentieren sich plötzlich am Wegesrand. 

Wie gesagt, für Kinder und Jugendliche ein gut geeigneter Einstieg ins Genre, mehr aber auch nicht. Nichts hiervon ist originell, der Schreibstil ist abgehackt und mühsam, der Hauptcharakter blass. Eragon selbst bleibt für mich durch die ganze Reihe hindurch ein absolut nichtssagender Charakter – daher bekommt dieses Buch von mir nur zwei Sterne…und einen weiteren nur für Saphira.

#2: ERAGON- Der Auftrag des Ältesten

Bewertung: 2 von 5.

Eragon trifft Yoda in Lothlórien und das Imperium schlägt zurück: Er erfährt, wer sein Vater ist. Aber niemand wird geschockfrostet.

Während der Vorgänger „Episode IV – Eine neue Hoffnung“ ist, wird hier ‚Das Imperium schlägt zurück‘ nacherzählt. Der junge Padawan Eragon braucht nach dem sinnlosen Tod seines Lehrmeisters einen neuen Jedi-Meister und findet Yoda in Lothlórien. Pardon: Oromis in Duu Weldenvarden. Allerdings lässt ihn die Elfenkönigin nicht in ihren Spiegel schauen.

Minimal besser geschrieben als Band 1, aber die Sprache ist immer noch eine gekünstelte Zumutung ohne Fluss. Ab.Ge.Hackt. Die Hauptfigur bleibt blass und rennt der Prinzessin hinterher, die sich nicht als seine Schwester herausstellt – stattdessen entpuppt sich jemand anders als Geschwisterkind. So erfährt Eragon, dass Darth Vader sein wirklicher Vater ist – äh, Morzan.

Wie Luke, so verliert auch Eragon sein Duell am Ende: Trotzdem gewinnen die Varden die Schlacht trotz Unterzahl weil… Roran Garrowson, die legendäre Symbiose aus He-Man und Hulk, den Tag rettet. Die komplette „Carvahall-besiegt-die-Soldaten“ Storyline ist eine absolute Zumutung. Die Ra’Zac und Galbatorix entpuppen sich einmal mehr als völlig inkompetente Bösewichte. Eragons Verletzung, die ihm wenigstens etwas Tiefe und innere Dynamik/Zweifel verleiht, verschwindet auf einmal. Seufz. Schlecht, zwei Sterne.

#3: ERAGON – Die Weisheit des Feuers

Bewertung: 1 von 5.

Die Rückkehr der Jedi-Ritter Teil 1/2

Hier wird es wirklich schlecht: Yoda stirbt, Eragon findet endlich Andúril, Roran vollendet seine Transformation zu He-Man. Außerdem wurden aus dem einen Buch zwei, weil man mit zwei Büchern doppelt soviel Geld verdienen kann – eine Marketingtechnik, die Paolini schon vor dem Splitten des Hobbits in eine Trilogie erkannt hat. Wie nicht anders zu erwarten, folgt auch dieser Teil dem entsprechenden Teil in der originalen Star Wars-Trilogie. Der rote Faden geht endgültig verloren, Rorans Erzählstrang ist mit das Schlimmste, was ich je gelesen habe: Bin mir unsicher, ob er jetzt He-Man ist oder nicht doch Conan der Barbar. 

Galbatorix bemüht sich auch weiterhin nicht darum, sein hübsches Gesicht mal zu zeigen und wartet seelenruhig in seinem Palast darauf, dass sein Imperium zusammenbricht. Nebenbei findet Aragorn- sorry, der Name klingt aber auch wirklich SO ähnlich – Eragon natürlich, Eragon kommt endlich zu einem Schwert, mit dem er den Dunklen Herrscher vernichten kann. Die Nazgul hat er ja schon erledigt. Seine Lovestory zur unnahbaren Arya (Charakterzüge: hübsch, aufbrausend, ein drittes Adjektiv fällt mir nicht ein) ist weiter ein absoluter Fail. Auch alle anderen Charaktere bleiben eindimensional und ohne Tiefe.

#4: ERAGON – Das Erbe der Macht

Bewertung: 1 von 5.

Die Grauen Anfurten.

Der Tiefpunkt: Eragon und seine Freunde stürmen den Todesstern. Dann verabschiedet er sich von Sam und segelt davon. 

Auch hier legt Galbatorix die Beine hoch und sieht ungerührt zu, wie sein Imperium endgültig zusammenbricht.

Sowohl der Bösewicht als auch der Weg, wie er letztendlich besiegt wird, sind eine grausige Katastrophe.

Arya erhält weitere Awesomeness-Level und gibt Eragon endgültig den Laufpass, sodass er allein von den Grauen Anfurten fortsegelt und Alagaesia verlässt.

Roran der Barbar wird um ein Haar neuer Imperator. Der Fund dieser Eldunarí ist eines der schlechtesten Cop-Outs, die ich je gelesen habe.

Alles in allem genauso schlecht, wie ich befürchtet hatte: Kein roter Faden. Keine Charakterentwicklung, außer ein wenig bei Murtagh. Gott sei Dank ist es vorbei.

2 Kommentare zu „Serien-Rezension mit Spoilern: ERAGON von Christopher Paolini

  1. Wie schade, dass dir vor allem die letzten beiden Bände nicht mehr zugesagt haben :/ Für mich ist die Reihe nach wie vor etwas ganz Besonderes, da ich sie in meiner Jugend unheimlich gerne gelesen habe und dem nächsten Band immer unheimlich entgegengefiebert habe. Nicht einmal Harry Potter hat bei mir diesen Hype auslösen können 😀

    Liebe Grüße
    Lisa von Prettytigers Bücherregal (Blog & Instagram)

    Gefällt 1 Person

    1. Es kommt eben darauf an, wann man es liest: Wenn man hiermit ins Fantasy-Genre startet, ist’s natürlich toll🤷🏻‍♂️ Den ersten Band hab ich mit 13/14 gelesen, da fand ich’s noch gut, aber dann wurde es einfach immer schlimmer für mich 🤦🏻‍♂️

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